Agendagruppe Lebensraum Lange Gasse

Die Lange Gasse verbindet die Josefstadt mit dem siebten und neunten Bezirk und ist eine wichtige Achse im Achten. Die Agendagruppe „Lebensraum Lange Gasse“ will durch mehr Grün, weniger Verkehr und durch mehr Platz für Fußgänger/innen die Schönheit der Lange Gasse zur Geltung bringen. Machen Sie mit!


Klassik Open Air für die Lange Gasse

International bekannte Opernstars aus der Josefstadt treten am Sonntag, 16. September, 18.00 Uhr, auf dem Hugo-Bettauer-Platz für die Neugestaltung der Lange Gasse auf. Sopranistin Arpiné Rahdjian, Bariton Sokolin Asllani, Bariton Peter Edelmann, Bariton Georg Lehner und Georg Beckmann am Klavier verzaubern das Publikum mit Melodien von Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Schubert, Giuseppe Verdi, Hugo Wolf  und Franz Lehár.

Stellungnahme der Agendagruppe Lebensraum Lange Gasse zu den in der Bezirksvertretungs- sitzung vom 14.3.2012 beschlossenen Anträgen

Wir freuen uns, dass bei der letzten Bezirksvertretungssitzung die Lange Gasse in Form von vier Anträgen behandelt wurde. Wir wundern uns nur, dass unsere Vorschläge kaum berücksichtigt wurden.

Unser Vorschlag, den Schleichweg Lange Gasse durch eine Einbahnumdrehung im Bereich Schönbornpark zu unterbrechen, wurde leider ignoriert. Stattdessen wurde die Prüfung der Umdrehung der Einbahnregelung in der Lange Gasse zwischen Josefstädter Straße und Josefsgasse beantragt. Wir befürchten, dass dies zu einer zusätzlichen Behinderung der Linie 2 führen würde.

Den Antrag, die Auswirkungen der Möglichkeit des Linksabbiegens von der Spitalgasse in die Alserstraße zu prüfen, verfolgen wir mit großem Interesse. Dabei wird es darauf ankommen, welche sonstigen Maßnahmen zu einer Entlastung der gesamten Lange Gasse vom Durchzugsverkehr getroffen werden.
Unser wichtigstes Anliegen ist, den öffentlichen Raum für FußgeherInnen wieder attraktiver zu gestalten. Unsere Ideen wie autofreie Zonen und Vernetzung der vorhandenen Wohnstrassen sowie die Etablierung einer FußgängerInnenachse (vom Spittelberg zum Campus der Universität Wien im alten AKH)) werden in den verschiedenen Anträgen nicht erwähnt.

Kernstück unserer Vorschläge ist eine niveaugleiche FußgängerInnenzone vor den Biedermeierhäusern in der Lange Gasse zwischen Josefstädterstrasse und Zeltgasse/Josefsgasse. Auch hier ist der Antrag der Bezirksvertretung sehr vage und berücksichtigt nicht unseren Wunsch eines einheitlichen Straßenbelags von Hauskante zu Hauskante.

Die Ausgestaltung und Nutzung dieses Teilstückes der Lange Gasse (Bauernmarkt, Nachbarschaftsfeste, Begegnungszone…) möchten wir mit allen AnrainerInnen in einer Versammlung diskutieren.

Wir suchen weiterhin den Kontakt und Austausch mit allen im Bezirk vertretenen Parteien. Gespannt sind wir, in welcher Form der BürgerInnenbeteiligungsprozess gestaltet sein wird und wie wir in diesen eingebunden werden.

Weitere Informationen zum „Lebensraum Lange Gasse“ finden sich auf https://langegasse.wordpress.com/

Kontakt zur Agendagruppe „Lebensraum Lange Gasse“ ist über folgende E-Mailadresse möglich: lebensraum-langegasse@agenda-josefstadt.at

Zustand der Lange Gasse:

Die Lange Gasse verbindet den 7. und den 9. Bezirk und ist für den motorisierten Individualverkehr ein beliebter „Schleichweg“ und eine Ausweichroute für die „2er-Linie“ für Fahrten aus dem 9., 18. und 19. Bezirk Richtung 7. Bezirk und weiter. Bis zu 6.000 Autos fahren hier am Tag durch den Wohnbezirk. In der Spitzenzeit sind das an die 600 Autos pro Stunde.

Autos und Motorräder rasen oft mit weit überhöhter Geschwindigkeit und großer Lautstärke durch die Lange Gasse.

FußgängerInnen leiden unter den schmalen Gehsteigen. Im Bereich der Biedermeierhäuser (Lange Gasse 27-33) und der Alten Backstube (Lange Gasse 34) ist der Gehsteig so schmal, dass FußgängerInnen kaum aneinander vorbei können. Mit breiteren Kinderwägen ist ein Fortkommen dort unmöglich.
FahrradfahrerInnen meiden die Gasse, da die Fahrbahnbreite ein Nebeneinander von Autos und Fahrrädern nicht zulässt.

Für nicht motorisierte VerkehrsteilnehmerInnen ist die Lange Gasse in ihrer derzeitigen Form unattraktiv, vermittelt keinerlei Aufenthaltsqualität und lädt nicht zum Verweilen ein.

Durch die vielen, sehr dicht parkenden Autos gibt es kaum Bewegungs- und Gestaltungsspielraum. Die derzeitige Ausgestaltung und Nutzung der Lange Gasse bewirken, dass man bestrebt ist, die Strasse möglichst schnell zu durchqueren und zu verlassen.

In der Lange Gasse gibt es keinen einzigen Baum und sehr wenig Grün. Aufgrund der fehlenden Beschattung durch Bäume ist die Gasse im Sommer sehr heiß.
Der Hugo-Bettauerplatz ist mit Containern, Litfaßsäule, Telefonhütte und Fahrrädern total verstellt und lädt überhaupt nicht zum Verweilen ein

Zwischen Lerchenfelderstraße und Josefstädterstraße gibt es keinen Zebrastreifen, obwohl die Kreuzung Zeltgasse/Lange Gasse/Josefsgasse eine wichtige Querachse für FußgängerInnen und FahrradfahrerInnen sowie Schulweg ist.

Die historischen Bauten der Lange Gasse – insbesondere die Biedermeierhäuser im Abschnitt Josefstädterstraße bis Josefsgasse – bieten ein ansprechendes Ambiente.

Im Straßenabschnitt zwischen Josefstädterstraße und Josefsgasse gibt es zahlreiche attraktive Geschäfte und Nahversorger (Lebensmittelgeschäfte, Gemüsehändler, Friseur, Möbel-, Schuh- und Bekleidungsgeschäfte, Änderungsschneiderei, Elektrogeschäft, Tabaktrafik, Gaststätten, Galerien und Kunsthandel).

Im weiteren Abschnitt bis zur Trautsongasse ist die Geschäftssituation deutlich schlechter.

Im letzten Teil bis zur Lerchenfelderstraße gibt es mehrere leerstehende Geschäftslokale.

Die Josefstädterstraße ist im Bereich der Kreuzung Lange Gasse eine attraktive Einkaufsstraße mit viel Fußgängerverkehr. Aber auch hier machen schmale Gehsteige und ein starker Autoverkehr einen Einkaufbummel ungemütlich.

Mit einer verkehrsberuhigten Lange Gasse könnten viele Leute aus der Josefstädterstraße angelockt werden, damit die Geschäftswelt positiv beeinflusst und auf längere Sicht auch die weiteren Abschnitte bis zur Lerchenfelderstraße für neue Geschäfte attraktiver werden.

Unsere Ziele

 

Wir wollen:

  • den FußgängerInnenverkehr fördern;
  • den motorisierten Durchzugsverkehr unterbinden;
  • eine FußgängerInnenachse vom alten AKH bis zur Mariahilferstraße/Museumsquartier (Flaniermeile, verkehrsarme Zone);
  • der Lange Gasse eine Aufenthaltsqualität verschaffen;
  • die Schönheit der Straße zur Geltung bringen;
  • einen sicheren Weg für Schul- und Kindergartenkinder möglichst ohne Autoverkehr;
  • Strukturen schaffen zur Belebung der Lange Gasse;
  • mit dem geplanten Umbau der Zeltgasse eine Verbindung der Wohnstraßen Neudegger­gasse und Josefsgasse über den Hugo-Bettauer-Platz herstellen;
  • eine Vernetzung der Wohnstraßen und Plätze (Grätzelbildung);
  • eine Belebung der Geschäfte und Nahversorgung.

Die Schönheit der Lange Gasse erleben!

Diesen Zielen kommen wir näher, wenn:

  • das motorisierte Verkehrsaufkommen deutlich sinkt (Umdrehung der Einbahn zwischen Laudongasse und Florianigasse).
  • der im Jahr 2012 zur Sanierung anstehende Abschnitt der Lange Gasse zwischen Josefstädterstraße und Zeltgasse durch folgende Maßnahmen aufgewertet wird:
  • autofreie Zone zwischen Josefstädterstraße und Lange Gasse Nr. 21-23 (ganztägige Zufahrt nur für AnrainerInnen und Lieferverkehr)
  • einheitliches Fahrbahnniveau und damit fußgängerInnenfreundlich
  • schöner, heller Fahrbahnbelag
  • maximal mögliche Begrünung, auch zur Verbesserung des Mikroklimas
  • Straßenmöblierung (z. B. Sitzgelegenheiten, Trinkbrunnen)
  • Raum für soziale Kontakte
  • Raum für Kinder (Spielgeräte)
  • ansprechende Beleuchtung
  • Hervorheben der Biedermeierhäuser als Blickfang
  • Attraktivierung des Hugo-Bettauer-Platzes
  • Aktivitäten in der Lange Gasse wie z. B. Wochenmarkt
  • Mobilitätserweiterung durch Citybike Station und Car Sharing.